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Bericht: Bordairline Altaussee 2014

veröffentlicht um 12.06.2014, 12:20 von Soaringclub Praebichl   [ aktualisiert: 12.06.2014, 12:38 ]
Auch 2014 gibt es wieder die Hike & Fly Wettbewerbsserie Bordairline. Zur Erinnerung: Es geht dabei darum, innerhalb von 33 Stunden zu Fuß und mit dem Gleitschirm fliegend so weit wie möglich vom Ausgangspunkt weg UND wieder zurück zu kommen. Während der gesamten Zeit muss die Minimalausrüstung (Gurtzeug, Retter, Schirm, Helm, Tracker und Handy) immer mitgetragen werden.

Am Pfingstwochenende fand von Sonntag bis Montag ein Bordairline mit Ausgangspunkt in Altaussee statt. Auch der Soaring Club Präbichl entsandte 2 Teilnehmer: Güni und mich (Tom).


Insgesamt 44 Teilnehmer starteten am Sonntag um 08:00 bei bestem Wetter in den Bewerb.


Güni und ich kehrten dem Loser gleich den Rücken und machten sich auf den Weg zum ca. 15km entfernten Kampl. Nach einem gemütlichen 1000hm Aufstieg bei angenehmen 30°C :) erreichten wir den tollen, mit Steinen und Löchern übersäten Startplatz des Kampls, wo auch schon gut 15 andere Piloten warteten. Nachdem uns einige zeigten, dass die warme Luft vor dem Kampl schon hinaufblubbert, wagten auch wir uns in die Luft. Durch Rückenwind und einen sehr kurzen Startplatz war der Start schon etwas spannend. Danach konnte ich fast eine Stunde lang immer irgendwo unter Grat dahindümpelnd zusehen, wie die anderen Teilnehmer starteten und sofort auf 3000m aufdrehten. Etwas verzweifelt und in den Gedanken schon einen Landeplatz suchend, erwischte ich dann doch einmal eine brauchbare Thermik, die auch mich endlich auf 3000m beförderte.

Güni musste leider wegen des anhaltenden Rückenwinds noch den Startplatz wechseln und kam erst später in die Luft. Aber dann konnte auch er Höhe machen und seinen Streckenflug beginnen.

Die fliegerischen Bedingungen waren traumhaft: Wenig Wind, tolle Steigwerte und die Basis auf 3500m - so macht Streckenfliegen Spaß :)


Über der Tauplitz, Flug Richtung Weißenbach und Liezen.


Auch in den Tauern und im Ennstal sehen die Wolken nicht schlecht aus!


Im Ennstal angekommen entschied ich mich für die Route nach Osten, in Richtung Heimat. Auch Güni versuchte sich in diese Richtung. Die Wolken sahen sehr vielversprechend aus, im Palten Liesingtal konnte man eine fast durchgehende Wolkenstraße mit 3500m Basis sehen. Leider war das Dürrenschöberl, der typische Anschlussberg nach Liezen, an diesem Tag nicht zuverlässig und so wurde Günis Flug dort durch die fehlende Thermik beendet.

Ich konnte glücklicherweise am Kaibling Anschluss finden und setzte meinen Flug entlang des Palten Liesingtals fort.


Über den Zeiritzkampl flog ich dann weiter zum Polster, auch hier sah das Wetter noch sehr gut aus.


Am Wildfeld traf ich das erste Mal wieder Mitstreiter: Willi Ludwig, Zlatko Koren, Lars Budack und Hermann Stimitzer.


Nachdem ich noch den Polster für die Polster - Wertung überflogen hatte, überlegte ich weiter ins Aflenzer Becken zu fliegen. 2 Blitze die ich noch aus sicherer Ferne beobachtete machten mir die Entscheidung aber leicht und so flog ich noch zur Kletschachalm, setzte dort meinen Wendepunkt und dreht wieder um. Am Silbersberg begann ich noch einmal Höhe zu machen - dann wurde es aber leider etwas feucht. Es schüttete plötzlich wie aus Kübeln und die ausfließende kalte Luft drückte mich auf den Boden :(


Also stand ich nach ca. 5 Stunden Fliegen in Hafning, mit komplett druchnässter Ausrüstung. Danke an Walter, der sofort zur Stelle war und mein komplett durchnässtes Gewand ins Clubhaus zum Trocknen brachte! Mit dem nassen und nun min. 1kg schwereren Schirm machte ich mich dann auf den Weg von Hafning auf den Präbichl.



Ich war nicht lange unterwegs, als mich auch schon Gerhard und Ivo für eine kleine Erfrischung anhielten :) Gegen 21:00 erreichte ich das Clubhaus, wo schon einige Soaringclubmitglieder mit einer Grillerei auf mich warteten! Danke an Gerhard fürs Organisieren und an unseren Grillmeister Ivo! Gemeinsam feierten wir den gelungenen Flugtag, der für Michi seinen ersten 100er, für Gerhard ein 120km FAI und auch für den Rest schöne Thermikflüge brachte.

Inzwischen machte es sich Güni mit seinen Suppenordnern - ähh Supportern ;) - Heimo und Gerhard nicht einfach gemütlich, sondern sie unternahmen noch eine Abend Hike & Fly Tour auf das Stein am Mandl, um den Wendepunkt noch weiter Richtung Trieben setzen zu können. Nach so einem Tag kann man sich auch belohnen - was mit Pizza in Trieben geschah.


Am Abend wurde dann noch an der Route für den nächsten Tag getüftelt.


 Das Nachtlager wurde in der Kaiserau auf der Terrasse der Sportalm aufgeschlagen. Bei den süßen Klängen des Supporterschnarchkonzertes konnte sich Güni perfekt vom ersten Bewerbstag erholen.

Der nächste Tag erwartete uns wieder mit wunderbaren Wetter.


Güni nahm mit seinen Supportern auch gleich den Aufstieg auf den Lahngangkogel auf sich.


In der Zwischenzeit wurde am Präbichl noch gefrühstückt und die Ausrüstung klar gemacht.


Außerdem konnte ich in der Morgensonne meinen noch immer klatschnassen Tequila trocknen, um mir 1kg beim nächsten Aufstieg zu sparen.


Die Guten-Morgen-Wanderung führte mich auf den Polster, wo die restlichen Soaring Club Mitgleider nach dem harten Sessellift-Aufstieg entspannt auf mich warteten. Um 11:00 begaben wir uns in die Luft.


Rauf - runter - rauf - runter: Eine Stunde kämpften wir am Polster, ohne großartig Höhe zu machen. Gegen 12 konnten wird diese Hausberg-Anmal-Trainingseinheit beenden und endlich mal über die Gipfel aufdrehen. Das wurde auch gleich genützt um auf den Reichenstein zu queren. Zu Koppi und mir stießen dann auch Willi Ludwig und Zlatko Koren hinzu. Gemeinsam setzten wir die Reise nach Westen fort, mit GPS Tracks die eher an eine Mountainbiketour erinnern, als an einen Gleitschirmflug :)


Erst ganz am Ende des Gössgrabens konnten wir endlich einmal Höhe machen und entspannt auf die zurückgelegte Strecke zurückschauen.




Das Palten Liesingtal präsentierte sich von seiner besten Seite, mit einer Wolkenstraße, die uns auf 3500m dahincruisen ließ. Koppi hatte an seinem Sigma anscheinend das Gas festgeknüpft und führte den Pulk an.


Auch Güni kam am Lahngang in die Luft und nützte die tolle Thermik aus, um wieder Richtung Altaussee zu kommen.


Teilweise mussten Überentwicklungen geschickt umflogen werden, aber generell konnten wir gut Strecke machen.



Mit einer Basis von 3800m war die Rückreise nach Altaussee ein richtiger Genussflug!


Blick zurück auf die Wolke über dem Lawinenstein, die schon ganz gut gesaugt hat.


Im Vordergrund der Grundlsee, dahinter der Altausseer See und der Loser. Mit einer guten Höhe über dem Lawinenstein konnten wir entspannt in den Endanflug gehen.



Nach einer Ehrenrunde über den Loser beendeten wir unsere Flüge und flogen ins Ziel nach Altaussee.



Und Touchdown in Altaussee :) Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, nach 33 Stunden Abenteuer fliegend das Ziel zu erreichen!


Mit dem Läuten der Glocke konnten Güni und ich das Bordairline Altaussee beenden!

Und die Resultate:

Güni erreichte den tollen 23. Platz, mit nur 29 gelaufenen Kilometern und stattlichen 103 geflogenen Kilometern!
Seine Flüge:
Ich konnte den 8. Platz erreichen, 26km gelaufen und insgesamt 194km geflogen:
Danke an alle unsere Unterstützer und Supporter: An Heimo und Gerhard die uns vor Ort betreuten, Walter für den Transport meiner nassen Sachen, an Bingo und Andi für die perfekten Wetterinfos, an Gerhard und Ivo für die Grillerei und an Koppi für die Begleitung beim Rückflug!

Außerdem ein großes Dankeschön an den Hänge- und Paragleiter Club Ausseerland und an Biotech für die Organisation dieses tollen Bewerbes!

Wir freuen uns schon auf das nächste Bordairline!

Bis bald, Tom